Zwei Punkte trotz schwacher Leistung
Nach zwei Niederlagen in Folge wollten die Landesliga-Handballer des TV Mundelsheim in eigener Halle gegen den TV Oppenweiler zu alter Stärke zurückfinden.
Von diesem Vorhaben war in den ersten Minuten der Partie allerdings wenig zu sehen. Trainer Dominic Schaudt, der neben „Ghetto-Hinkebein“ Pitterle auch auf „Bämullen-Bender“ verzichten musste, hatte auf der Bank schon nach wenigen Angriffen die Timeout-Karte gegen ein Beruhigungsmittel getauscht, da ihm die Spielweise seines Teams von Anfang an viele Nerven kostete. Ein erneuter Blick auf die Bank des TVM erzeugte nicht gerade mehr Hoffnung für die Partie, denn Torhüter Andreas Dalferth konnte wegen eines Magen-Darm-Infekts ebenfalls nicht am Spielgeschehen teilnehmen. Er war erst kürzlich in seinem Beruf als Koch aufgestiegen und bereitet nun im Dschungel-Camp das „Ungeziefer“ für die Prüfungen vor. Das Problem an seiner neuen Lebensaufgabe ist, dass er hierbei zusätzlich als Vorkoster fungiert, was ihm wohl den schwerwiegenden Infekt eingehandelt hatte. Trotz der recht dünnen Personaldecke gelang es dem TVM nach einer schwachen Anfangsphase in Führung zu gehen. Dank einer aggressiven Abwehr, vor allem in Person von Fabian „hasch’s grafft“, Jens „Longarm“ Wägerle und einem abschnittsweise stark spielenden Torhüter Leonetti, behaupteten die Hausherren ihre knappe Führung. Leider konnte sich die Mannschaft vom Käsberg in Hälfte eins dennoch nicht entscheidend absetzten. Schuld daran war die unterirdische Leistung in der Offensive. Allen voran „Holger Glandorf-Double“ Johannes Wolf, der so ziemlich alles in der Halle traf, außer dem mysteriösen Rechteck, das sich Tor nennt. Doch nicht nur er, sondern wieder einmal fast das ganze Team erreichte nicht annähernd C-Jugend-Niveau. Auch wenn Salvatore Leonetti ab und zu sein Können aufblitzen ließ, schlichen sich auch bei ihm gehäuft Fehler ein. Er gab dem Wort „Fehlpass“ eine völlig neue Bedeutung und brachte die Zuschauer mit seinen verpatzten Konterwürfen zum Stöhnen.
Das Glück des TVM war, dass der Gegner diese (nennen wir es einmal) Unkonzentriertheiten nicht ausnutzte und der Gastgeber mit einer 11:8-Führung in die Pause ging.
Medienberichten zufolge soll Coach Schaudt in der Kabine ernsthafte Amok-Gedanken gehabt haben, die allerdings nach der erneuten Einnahme von hoch dosierten Beruhigungspillen gemildert wurden.
Die ersten Minuten nach der Halbzeit verschlief der TV Mundelsheim erneut, ehe es den Käsbergjägern so langsam gelang, ihre Torchancen zu nutzen. Tor um Tor konnte man den Vorsprung ausbauen, was in der 45 Minute einen Zwischenstand von 20:13 zur Folge hatte. Doch an diesem Tag wollte der TVM wohl nicht deutlich gewinnen, denn was die Mannschaft in der Schlussviertelstunde zeigte, hatte einen größeren Fremdschämfaktor als das Montagabendprogramm von RTL 2:
Matthias Otto, der ansonsten ein gutes Spiel ablieferte, reichte dem Gegner das runde Spielgerät ohne Gegenwehr in die Hände, was zu einem schnellen Kontertor des TVO führte. Johannes Wolf warf weiter munter in der Gegend herum, was allerdings bei einer Trefferquote von 2/20 auch völlig legitim ist. Nicht zu vergessen ist natürlich der dreiminütige Auftritt von Dejan Cokesa aka. „Moby Dick“. Coach Schaudt hatte ihn 50 Minuten lang auf der Bank schmoren lassen, um ihm damit bei seiner Einwechslung eine gute Leistung zu entlocken. Nach Cokesa’s ersten Wurfes standen die Vorzeichen für dieses Vorhaben gut. Er war auf der Außenposition frei gespielt worden und verwandelte die Wurfchance mit einem gekonnten Dreher. Cokesa war nun bereits zwei Minuten auf dem Feld, was allerdings nicht mehr lange der Fall sein sollte. Auf Linksaußen kam „das rollende R“ erneut zum Wurf, doch dieses Mal gelang der Trickwurf nicht. Der von Dejan geplante Kopfleger wurde vom TVO-Torhüter gekonnt mit der Brust angenommen, was Trainer Schaudts Laune wieder in den Keller trieb. Als sein „Joker“ daraufhin in der Abwehr seinen Gegner in den Schwitzkasten nahm und folglich eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt, platzte Schaudt endgültig der Kragen.
Glücklicherweise ging das Spiel zu diesem Zeitpunkt nur noch fünf Minuten und der TVM brachte den gering gewordenen Vorsprung über die Zeit. Mit 21:18 gewannen die Mundelsheimer die Partie und halten damit den Anschluss an die Tabellenspitze - Zum Glück, denn wer weiß zu was Trainer Schaudt im Falle einer Niederlage fähig gewesen wäre.
Es spielten: Leonetti, Kraft, König (2), Wolf (2), Tschürtz (4), Wägerle (3), Cokesa (1), Eitel (1), Vetter, Otto (7/2), Drosdek (1), Smith.
Auch in diesem Jahr wird die 1. Herrenmannschaft mit einer Torprämie von 1,11 Euro pro erzielten Tor von der Volksbank Freiberg und Umgebung gesponsert.
Unser Kontostand beträgt nach 409 erzielten Toren 453,99 Euro.
Die Handballer bedanken sich recht herzlich bei der Volksbank Freiberg und Umgebung für die Torprämie.





