Leonetti bringt die Wende im Derby

Nach dem miserablen Auftritt zu Beginn des Jahres in Oberstenfeld und der dürftigen Leistung gegen den TV Oppenweiler wollten die Jungs vom Käsberg im Derby beim TV Großbottwar zu alter Stärke zurückfinden. Kein schlechter Zeitpunkt für dieses Vorhaben, denn der Gegner aus dem Nachbarort belegt zurzeit den letzten Tabellenrang.
Von einem Klassenunterschied sah man in den ersten Minuten des Spiels am vergangenen Sonntag in der Wunnensteinhalle allerdings nichts. Verletzungsbedingt fehlten weiterhin Simon Pitterle und Andreas Bender. Neu im Lazarett war Mr. Hollywood Steffen Vetter. Kurz vor Spielbeginn erfuhr sein Team, dass er krankheitsbedingt den ganzen Tag ans Bett gefesselt sei und nicht zum Spiel käme. Ob wirklich sein Unwohlsein der Grund für das „Fesselspiel“ war, bleibt wohl ein Geheimnis zwischen ihm und seiner „Krankenschwester“. Mit drei Ausfällen ging man also etwas ersatzgeschwächt ins Derby und man tat sich schwer.
Der TVM verschlief den Start komplett und geriet schnell in Rückstand. Die Defensivabteilung ähnelte einer Armee homosexueller Gummipuppen, die nicht auf ein Foul, sondern eine Affäre mit dem Gegenspieler aus waren. Hinzu kam, dass „der Ire“ Andreas Dalferth zwischen den Pfosten der Mundelsheimer kaum einen Ball zu fassen bekam. Seine Mitspieler fanden nach der Partie eine halbvolle Whiskeyflasche in Dalferth’s Sporttasche, was dessen unkoordinierte Bewegungen und die schwache Leistung weitestgehend erklären. Beim Stand von 12:7 zu Gunsten des TVG reagierte Trainer Dominic Schaudt und brachte „Eros“ Leonetti. Der italienische Charmeur, welcher des Öfteren mit Kerzenschein und Geige die Herzen der Frauen zu erobern versucht, überzeugte nach seiner Einwechslung mit zahlreichen Paraden. Im Angriff nahm sich „Orang-Utan Tschürtz“, der erst kürzlich sein aus seinem Gehege ausgebrochen war, ein Herz und verkürzte bis zum Pausengong auf 14:12.
Nachdem Coach Schaudt sein Team in der Kabine lautstark zu größerem Einsatz animiert hatte, steigerte sich der TVM in der zweiten Hälfte. Die Abwehr stand nun kompakt und die daraus resultierenden Ballgewinne konnten häufig in einfache Kontertore umgemünzt werden. Allen voran Adrian „BrillosLOVE“ König verwandelte seine Chancen sicher und hatte erheblichen Anteil daran, dass sein Team in Führung ging. Nicht zu vergessen ist die hundertprozentige Wurfausbeute des wieder auferstandenen „GAYson“ Smith. Da der „Trainingsweltmeister“ seine Krankheit, die einen monatelangen Konsum an Antibiotika verlangte, überwunden hat, kann er sich endlich wieder neue Ausreden für das Fehlen im Training einfallen lassen. Er trat fünf Mal an den 7-Meter-Strich und verwandelt kompromisslos all seine Versuche. Ihm gebührt ein großes Lob für dieses einzigartige Comeback.
Die Schlussphase der Partie wurde nochmals eng: Technische Fehler machten sich in der Offensive breit und die Abwehr zeigte schwerwiegende Abstimmungsprobleme. Der TVG kam immer wieder über den Kreis zum Wurf. Doch an diesem Tag rettete „Eros“ den Mundelsheimer Sieg. Mit sagenhaften Paraden nagelte er seinen Kasten zu und feierte sich standesgemäß in gewohnter Pose selbst: Die Arme angewinkelt in die Luft gestreckt präsentierte der sonst so liebevolle und einfühlsame Leonetti dem Publikum seinen Bizeps. Ein Mann mit zwei Gesichtern, denn weiblich Stimmen aus seiner näheren Umgebung erzählen eigentlich von Handküssen, Kuschelrock und Massageöl.
Ob hart oder weich – er war der Matchwinner für den TVM. Mit 26:30 entschieden die Käsbergjäger das Derby letztendlich für sich und halten somit weiterhin Anschluss an die Tabellenspitze.


Es spielten: Leonetti, Dalferth, Kraft (2), König (6), Wolf (3), Tschürtz (8), Wägerle (1), Cokesa, Eitel (1), Otto (2), Drosdek (2), Smith (5/5).

Auch in diesem Jahr wird die 1. Herrenmannschaft mit einer Torprämie von 1,11 Euro pro erzielten Tor von der Volksbank Freiberg und Umgebung gesponsert.
Unser Kontostand beträgt nach 439 erzielten Toren 487,29 Euro.     
Die Handballer bedanken sich recht herzlich bei der Volksbank Freiberg und Umgebung für die Torprämie.